Erkrankungen

Wussten Sie, dass jeder 5. Mensch über 70 Jahren an einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) leidet?
Wie kann es dazu kommen?

AMD

AMD bedeutet, dass die Netzhaut und die dahinter liegenden Gewebe erkrankt sind. Oft merkt man es dadurch, dass gerade Linien verbogen wirken und teilweise kann das Bild auch ganz ausfallen.

  • Anfangende AMD bedeutet:
    Noch kein Einfluss auf die Sehschärfe, aber es befinden sich schon wenige Ablagerungen (Drusen) auf der Netzhaut.
  • Fortgeschrittene AMD:
    a) Es sterben Sehzellen ab und durch Veränderung des Netzhautgewebes im Sehzentrum (trockene AMD) kann es zu verringertem Farbkontrastsehen und verstärkter Blendung kommen.
    b) Es können sich abnormale und zusätzlich zerbrechliche Blutgefäße unter der zentralen Netzhaut, die das Auge durchbrechen und Flüssigkeit oder Blut, absondern. (feuchte AMD) Es macht sich bemerkbar durch deutlich starken Sehverlust z. B. durch verbogene und vernebelte Bilder mit zunehmender Blendung bis zur zentralen Erblindung.

Bei plötzlichen Veränderungen des Sehvermögens ist ein sofortiger Arztbesuch wichtig. Ebenso ist eine regelmäßige Kontrolle des AMD-Verlaufs wichtig. Benutzen sie den nachfolgenden Amsler-Gitter-Test zur Selbstkontrolle.

Durchführung des Amsler-Gitter-Test:
  • Halten Sie das Gitter in Lesedistanz (ca. 40 cm)
  • Falls Sie eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, benutzen Sie diese
  • Decken Sie ein Auge mit der hohlen Hand ab
  • Blicken Sie auf den zentralen Punkt
  • Sehen sie die Quadrate in unterschiedlichen Größen?
  • Sehen Sie nicht alle vier Ecken?
  • Sind einzelne Linien gar nicht oder nur gewellt sichtbar?
  • Sehen Sie das Gitter stellenweise verschwommen oder verzerrt?

Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit ja beantworten müssen, sollten Sie umgehend Ihren Augenarzt aufsuchen! Wiederholen Sie den Test mit dem anderen Auge!

An dieser chronischen Augenkrankheit leiden heute mittlerweile in der westlichen, weißen Bevölkerung fast 20% der 65-jährigen, 30% der 75-jährigen und 35% der 85-jährigen. Bei diesen hohen Zahlen bedeutet das für die Bundesrepublik Deutschland, dass es zur Zeit 2 Millionen Betroffene sind. Bei weiteren anstieg bis zum Jahr 2020 wären es dann schon 6 Millionen Betroffene.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Ein Heilverfahren für diese beiden Augenerkrankungen gibt es bisher noch nicht. Bei bestimmten schnell verlaufenden Formen der feuchten AMD, kann der Verlauf durch eine sog. Photodynamische Therapie gebremst werden. Außerdem kann durch eine zusätzliche medikamentöse Behandlung der Zustand verbessert werden. Bei der mehr verbreiteten trockenen AMD kann laut gesicherten Studien durch bestimmte Nahrungsergänzungmittel der Verlauf gebremst werden. Der graue Star kann heute routinemäßig durch Austausch der getrübten Linse durch eine Kunstlinse behandelt werden. Wenn das Auge außerdem an AMD leidet, kann das Risiko einer schnelleren Degeneration steigen.

Welche Ursachen haben beide Augenkrankheiten?

Die Entwicklung beider Augenkrankheiten, der AMD und des grauen Star, ist meist fast 20 Jahre lang unbemerkt, bis die ersten Schäden an der Netzhaut sichtbar werden. Es gibt mehrere bisher bekannte Risikofaktoren. Nachfolgend aufgelistet:

Bei diesen Aufzählungen erkennt man, dass neben persönlichen vorgeprägten Risikofaktoren auch beeinflussbare Faktoren mitwirken. Weitere Faktoren spielen bei den steigenden AMD- Erkrankungen eine große Rolle:

  • Erhöhtes Lebensalter
  • Intensive und längere Lichteinwirkungen (intensive und weiße Beleuchtung in allen Bereichen und Aufenthalte in südlichen Ländern sowie in winterlichen Hochgebieten)
  • Veränderte Ernährung und Lebensgewohnheiten

Um vorzubeugen oder den Verlauf der Erkrankung zu verringern ist es wichtig die persönliche Lebenssituation zu verbessern bzw. zu verändern.

Was hat der „Gelbe Fleck“ für eine Bedeutung?

Der „Gelbe Fleck“ (Makulapigment) sitzt als „innere Sonnenbrille“ genau über dem Sehzentrum und filtert hohe Anteile des blau-violetten Lichtes heraus. Durch diesen „Gelben Fleck“ wird von der Natur aus schon etwa vorgebeugt. Ablagerungen (Lipofuscine) als auch die blauempfindlichen Zellen werden entlastet. Zugleich werden dadurch Blendungen und Überstrahlungen vermindert und die Sehschärfe erhöht. Von großer Bedeutung ist auch die hohe Farbdichte des „Gelben Fleckes“. Eine niedrige Dichte hat eine höhere Blaudichte zur Folge. Auf Dauer wird der Stoffwechsel der blauempfindlichen Sehzellen überanstrengt und die Schadwirkung der Ablagerung steigt. Die Folge ist das absterben der Sehzellen. Die Wahrnehmung von Violett und Blauviolett fällt bei der AMD daher zuerst aus. Dadurch sieht man nur noch frau- oder braunschmutzige Farbtöne. Der „Gelbe Fleck“ selbst besteht aus den beiden engverwandten Carotinoiden Lutein und Zeaxanthin, die durch die Nahrung aufgenommen werden müssen. Sie können nicht im Körper selbst erzeugt werden. Nach bedarf kann der Körper selbst Lutein in Zeaxanthin umwandeln.

Wie kann man die AMD beeinflussen?

Wie vorangehend beschrieben, gibt es bis zur Entstehung der Erkrankung eine lange Vorlaufzeit. Das eigene Verhalten und alle Behandlungsformen zielen auf eine Minderung dieses chronischen Leidens. Die letzten Jahre die nach Ursachen geforscht wurden, haben meist amerikanische Untersuchungen gezeigt, dass Blaulichtbelastung und Stoffwechselstörungen mit „oxidativem Stress“ zwei wichtige Faktoren bei der Entstehung und Entwicklung der AMD sind.

Wie kann man die Augen vor „oxidativem Stress“ schützen?

Jede Zelle unseres Körpers benötigt einen ungestörten Stoffwechsel zur Ernährung, aber auch zum laufenden Um- und Abbau ihrer Inhaltsstoffe mit Hilfe des im Blut gelösten Sauerstoffes. Dabei treten als Zwischenstufen kurzlebige, aggressive „freie Radikale“ auf, die auch lebensfeindliche Reaktionen auslösen können. Dieses bezeichnet man als „oxidativem Stress“. Dies verhindert der gesunde Organismus durch verschiedene, mit der Nahrung aufgenommene sog. „Radikalfänger“ (=Antiosidantien), die in ausreichender Konzentration vorliegen müssen. Zu den wichtigsten Antioxidantien zählen die Vitamine C und E, Carotinoide (ß-Carotin, Lutein, Lycopin). Lutein und das engverwandte Zeaxantin wirken nicht nur als Lichtfilter im gelben Fleck, sondern (in geringer Konzentration) als starkes Antioxidans im Auge, so in den Antennen der Sehzellen und in der Augenlinse. Das Risiko, grauen Star zu entwickeln, sinkt mit steigendem Luteingehalt.

Für das Auge ist diese Versorgung mit Antioxidantien besonders wichtig, weil das aufgenommene Licht in Hornhaut, Linse und Netzhaut die Zahl der freien Radikalen, d. h. den oxidativen Stress erhöht. Es wundert daher nicht, dass eine Untersuchung mit Antioxidantien durch Rauchen oder Gefäßvereingung (koronare Hererkrankung) das Risiko für das Auftreten einer AMD und eines grauen Stars auf das 2-4fache erhöht.

Alle Maßnahmen der besseren (gesünderen) Ernährung und Lebensführung für diesen Personenkreis kommen sicherlich auch den Augen zugute.

Wie kann man den „Gelben Fleck“ stärken?

Es sind keine Seltenheit das es individuelle Schwankungen der Farbdichte des gelben Flecks um den Faktor 10 gibt. Die Schutzwirkung des gelben Flecks sinkt ab ca. dem 30. Lebensjahr und mit zunehmendem Alter. Erhöhte Risikofaktoren haben meist folgende Personen: Personen, in deren Familien AMD vorkommt, Frauen, schwergebräunte Hellhäutige mit hellem Haar sowie Personen, die gegen grellen Licht empfindlich sind, und solche mit blau(grauen) Augen. Letztere sind zusätzlich belastet, weil durch die blaue Regenbogenhaut (Iris) an einem Tag soviel Streulicht dringt, wie in 100 Tagen durch eine braune (melaninhaltige) Iris. Rauchen und Erkrankungen der Herzkranzgefäße bewirken ein zweifach bis vierfaches erhöhtes Risiko. Damit dürfte der weit geringere AMD-Anteil in der dunkeläugigen Mittelmeerbevölkerung zusammenhängen.

Durch eine erhöhte Luteinzufuhr bei der Ernährung oder durch Luteinpräperate kann die Farbdichte des Gelben Flecks gesteigert werden. Personen mit blauen Augen sprechen darauf meist sehr gut an. Auch die Antennen der Sehzellen und die Augenlinse brauchen winzige Mengen an Lutein als Radikalfänger. Wahrscheinlich kommt die Erhöhung der Konzentration an Lutein und Vitamin C auch der Augenlinse und dem umgebenden Gewebe zugute. Es war bereits bekannt, dass mit steigender Farbdichte des gelben Fleckes das AMD-Risiko sinkt. Jetzt zeigt eine Doppelblind-Studie an Patienten mit Frühformen der AMD folgendes: tägliche Einnahme von 10 mg Lutein während eines Jahres steigert sowohl die Sehschärfe als auch das Kontrastsehen, während diese Werte in der unbehandelten Gruppe sanken.

Die Aufnahme von Lutein aus Gemüse hängt nur wenig von der Zubereiung ab, im Gegensatz von z. B. ß-Carotin oder Lycopin (Tomaten), die Kochen mit etwas Fett verlangen. Bei allen bisher untersuchten Personen erhöhte sich durch diese Maßnahmen die Pigmentdichte des Gelben Fleckes jedoch individuell sehr unterschiedlich. Häufig wird die Sehschärfe verbessert und die Blendung verringert.

Nahrungsmittel mit hohem Gehalt an Lutein (+Zeaxanthin) (jeweils mg in 100 g). Als untere Grenze wurde 1 mg in 100 g gewählt. Die angegebenen Mittelwerte können nach Sorte und Anbau schwanken, z. B. findet man für Spinat Schwankungen von 5 – 20 mg pro 100g.

Grünkohl kraus 21 mg
Feldsalat 7 mg
Grünkohl glatt 8 mg
Broccoli 2,4 mg
Spinat 12 mg
Schalotten roh 2 mg
Wasserkresse 15 mg
Zucchini m. Schale 2 mg
Petersilie 10 mg
Kürbis 2 mg
Kresse 10 mg
oranger Paprika 2 mg
Rukola 10 mg
Lauch, roh 1,9 mg
Rosenkohl 1,8 mg
Erbsen grün 1,7 mg
Mangold gr. Schnitt 10 mg
Mais 1 mg
Mangold „Vulkan“ 5 mg

Warum ist es heute so schwierig, dem Körper ausreichende Nährstoffe zuzuführen?

Der Vitamin- und Nährstoffgehalt vieler Obst- und Gemüsesorten ist von der Bodenqualität abhängig. Moderne landwirtschaftliche Intensivbewirtschaftung, saurer Regen und andere Umweltverschmutzung laugen den Boden aus und entziehen ihm wichtige Mineralstoffe. Frühe Erntezeiten und lange Transportwege tragen ebenfalls zu einer verschlechterten Qualität von Obst und Gemüse bei. Ist das Obst und Gemüse beim Händler oder im Supermarkt wirklich frisch oder liegt es dort schon seit Tagen? Daneben wirkt sich auch die starke Verarbeitung nachteilig aus. Viele Vitamine reagieren sehr empfindlich auf die Einwirkung von Hitze, Licht, Luft und Chemikalien und werden dadurch zerstört. Es ist daher häufig eine Herausforderung, sich mit guten Lebensmitteln zu versorgen. Mit diesen Nährstoffverlusten müssen Sie bei der Herstellung, Lagerung und Verarbeitung von Lebensmitteln rechnen:

Lassen Sie sich bitte von Ihrem Augenarzt individuell beraten!